Warum Freiberufler besondere Anforderungen an Rechnungssoftware haben
Als Freiberufler nach § 18 EStG profitieren Sie im Gegensatz zu klassischen Gewerbetreibenden von der Gewerbesteuerbefreiung und der vereinfachten Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Viele Freiberufler – etwa Berater, Ärzte, Architekten oder Journalisten – haben zudem ein deutlich höheres und stabileres Rechnungsvolumen als Gründer in der Anlaufphase eines Einzelunternehmens. Das rückt bei der Wahl der passenden Rechnungssoftware einen Aspekt in den Vordergrund, der bei sehr kleinen Umsätzen kaum eine Rolle spielt: die Frage, ab welcher Umsatzhöhe sich ein Fixpreis-Tarif gegenüber einem umsatzabhängigen Modell lohnt.
Vergleich gängiger Rechnungsprogramme für Freiberufler
| Anbieter | Einstiegspreis | Abrechnungsmodell | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| sevDesk | ab ca. 9,90 €/Monat (Jahresabo) | Feste monatliche Grundgebühr | Starke Banking-Integration, moderne Oberfläche |
| easybill | 0 € (Free) bzw. ab ca. 17 €/Monat | Feste monatliche Grundgebühr | Fokus auf E-Commerce, für klassische Freiberufler meist überdimensioniert |
| Lexware Office | ab ca. 7,90 €/Monat | Feste monatliche Grundgebühr | Einfacher Einstieg, optionale Lohnabrechnung |
| Fakturia FLEX One | keine Grundgebühr | 1,9 % vom Umsatz | Kein Fixkostenrisiko bei schwankendem Umsatz |
| Fakturia Professional | 139,00 €/Monat | Feste Grundgebühr, 500 Verträge inklusive | Lohnt sich bei höherem, planbarem Umsatz und Bedarf an wiederkehrender Abrechnung |
Alle genannten Preise verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer und können sich beim jeweiligen Anbieter ändern – eine Prüfung der aktuellen Tarife vor der endgültigen Entscheidung ist empfehlenswert.
Kostenvergleich nach Monatsumsatz
Bei niedrigerem Umsatz bleibt das umsatzabhängige FLEX-One-Modell attraktiv, da keine Grundgebühr anfällt. Mit steigendem, planbarem Umsatz verschiebt sich das Bild jedoch deutlich zugunsten eines Festpreis-Tarifs:
| Monatsumsatz | Fakturia FLEX One (1,9 %) | Fakturia Professional (fix) | sevDesk Rechnung | Lexware Office M |
|---|---|---|---|---|
| 1.000 € | 19,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
| 3.000 € | 57,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
| 5.000 € | 95,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
| 7.316 € | 139,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
| 10.000 € | 190,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
| 20.000 € | 380,00 € | 139,00 € | 9,90 € | 13,90 € |
Der Break-even-Punkt bei rund 7.300 Euro Monatsumsatz
Rechnerisch übersteigt der 1,9-prozentige FLEX-One-Anteil die feste Professional-Gebühr von 139 Euro ab einem Monatsumsatz von etwa 7.316 Euro. Für Freiberufler mit stabil hohem Umsatz – etwa etablierte Berater oder Fachanwälte mit regelmäßigem Mandantenstamm – kann der Wechsel zum Professional-Tarif deshalb wirtschaftlich sinnvoller sein, zumal darin ein Kontingent von 500 Verträgen enthalten ist, was für die allermeisten freiberuflichen Tätigkeiten mehr als ausreichend Spielraum bietet.
Ehrliche Einordnung: Wann welches Modell tatsächlich passt
Wer als Freiberufler ausschließlich einfache Einzelrechnungen ohne wiederkehrende Abrechnungsstruktur benötigt, findet in reinen Rechnungsprogrammen wie sevDesk oder Lexware Office bei nahezu jedem Umsatzniveau die günstigste Lösung – deren feste, niedrige Monatsgebühren unterbieten sowohl FLEX One als auch Professional in reiner Kostenbetrachtung deutlich. Der Vorteil von Fakturia liegt weniger im reinen Preisvergleich einzelner Rechnungen, sondern in der Kombination aus flexibler Abrechnung – von der Rechnungsstellung ohne Fixkosten bis zur wiederkehrenden Vertragsabrechnung – innerhalb eines einzigen Systems, sobald ein Freiberufler beispielsweise neben Einzelaufträgen auch laufende Betreuungsverträge oder Abonnements abrechnen möchte.
Fakturia ist nicht nur für Abo-Geschäfte geeignet
Auch für Freiberufler ohne jedes Abo-Modell eignet sich Fakturia für die reguläre, einmalige Rechnungsstellung. Besonders bei einer Mischung aus klassischen Einzelrechnungen und wiederkehrenden Vertragsverhältnissen – etwa laufende Beratungsmandate oder Wartungsverträge – lässt sich beides in einem einzigen System abbilden, statt zwei separate Tools parallel zu pflegen.