Warum die GbR andere Anforderungen an Rechnungssoftware hat
Anders als bei den bisher behandelten Rechtsformen für Einzelpersonen ist eine GbR immer der Zusammenschluss von mindestens zwei Gesellschaftern (§ 705 Abs. 1 BGB), die gemeinsam einen Zweck verfolgen und unbeschränkt sowie gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen haften. Für die Rechnungssoftware bedeutet das vor allem eines: Mehrere Personen müssen gemeinsam, oft mit unterschiedlichen Berechtigungen, auf dieselben Rechnungen, Kunden und Zahlungsdaten zugreifen können – ein Aspekt, der bei Einzelunternehmern oder Freiberuflern ohne Geschäftspartner naturgemäß entfällt.
Aktuelle Neuerung: Die eGbR seit 2024
Seit dem 1. Januar 2024 können sich GbRs im Rahmen der MoPeG-Reform freiwillig in ein neues Gesellschaftsregister eintragen lassen und führen dann den Namenszusatz „eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts" (eGbR). Eine allgemeine Eintragungspflicht besteht zwar nicht, faktisch wird die Eintragung aber notwendig, sobald die GbR Immobilien erwerben oder sich an einer GmbH beteiligen möchte. Für die Wahl der Rechnungssoftware selbst hat diese Registrierung keine unmittelbare Bedeutung, sie betrifft in erster Linie die gesellschaftsrechtliche Außenwirkung.
Vergleich gängiger Rechnungsprogramme für die GbR
| Anbieter | Einstiegspreis | Mehrbenutzerzugriff | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| sevDesk | ab ca. 9,90 €/Monat | Zusätzliche Nutzer meist nur in höheren Tarifstufen | Starke Banking-Integration |
| Lexware Office | ab ca. 7,90 €/Monat | Mehrbenutzerzugriff erst ab mittlerem Tarif | Einfacher Einstieg, optionale Lohnabrechnung |
| FastBill | ab ca. 9,90 €/Monat | Zusatzkosten pro weiterem Nutzer | Transparente Zusatzkosten für Team-Zugriff |
| Fakturia FLEX One | keine Grundgebühr | Rollen- und Rechteverwaltung inklusive | Kein Fixkostenrisiko in der Gründungsphase |
| Fakturia Professional | 139,00 €/Monat | Rollen- und Rechteverwaltung inklusive | 500 Verträge inklusive, geeignet für höheren, planbaren Umsatz |
Alle genannten Preise verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer und können sich beim jeweiligen Anbieter ändern – eine Prüfung der aktuellen Tarife vor der endgültigen Entscheidung ist empfehlenswert.
Rollen- und Rechteverwaltung als GbR-spezifischer Vorteil
Bei mehreren Gesellschaftern stellt sich häufig die Frage, wer welche Berechtigungen erhält – etwa ob alle Gesellschafter Rechnungen erstellen dürfen, aber nur einzelne Zugriff auf Zahlungseingänge oder Mahnwesen haben sollen. Fakturia bietet dafür eine integrierte Rollen- und Rechteverwaltung für Benutzer, ohne dass für zusätzliche Gesellschafter separate Zusatzgebühren anfallen, wie es bei einigen reinen Einzelrechnungs-Tools üblich ist.
Kostenvergleich nach Monatsumsatz
| Monatsumsatz | Fakturia FLEX One (1,9 %) | Fakturia Professional (fix) | sevDesk |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | 57,00 € | 139,00 € | 9,90 € |
| 5.000 € | 95,00 € | 139,00 € | 9,90 € |
| 7.316 € | 139,00 € | 139,00 € | 9,90 € |
| 10.000 € | 190,00 € | 139,00 € | 9,90 € |
| 15.000 € | 285,00 € | 139,00 € | 9,90 € |
Der Break-even zwischen FLEX One und dem Professional-Tarif liegt weiterhin bei rund 7.316 Euro Monatsumsatz. Da dieser Umsatz bei einer GbR von mehreren Gesellschaftern gemeinsam erwirtschaftet wird, wird die Schwelle im Verhältnis zur Anzahl der beteiligten Personen häufig schneller erreicht als bei einem vergleichbaren Einzelunternehmen.
Fakturia ist nicht nur für Abo-Geschäfte geeignet
Auch für eine GbR ohne jedes Abo-Modell eignet sich Fakturia für die reguläre, einmalige Rechnungsstellung. Wer als Gesellschaftergemeinschaft neben klassischen Einzelrechnungen zusätzlich wiederkehrende Vertragsverhältnisse abrechnet, kann beides in einem System bündeln – inklusive gemeinsamer, rollenbasierter Zugriffsverwaltung für alle Gesellschafter.