Volumenpreis (Volume Pricing)

Beim Volumenpreis hängt der Preis pro Einheit von der gesamten Abnahmemenge ab: Wer eine Mengenschwelle erreicht, zahlt für alle Einheiten den günstigeren Preis.

Der Volumenpreis, englisch Volume Pricing, ist ein Preismodell, bei dem der Preis pro Einheit sinkt, sobald die Abnahmemenge eine bestimmte Schwelle erreicht. Der erreichte Preis gilt dabei für die gesamte Menge, nicht nur für die Einheiten oberhalb der Schwelle.

Wie Volumenpreise funktionieren

Der Anbieter legt Mengenbereiche mit je einem Preis pro Einheit fest. Ein Beispiel: Ab 2.000 Stück kostet jede Einheit 0,50 €, ab 3.000 Stück 0,30 €. Bestellt ein Kunde 3.500 Stück, zahlt er für alle 3.500 Einheiten 0,30 €, insgesamt 1.050 €. Der Kunde sieht auf einen Blick, welcher Preis für seine Menge gilt, und hat einen Anreiz, die nächste Schwelle zu erreichen.

Abgrenzung zum Staffelpreis

Beim Staffelpreis (Tiered Pricing) gilt jeder Preis nur für die Einheiten in der jeweiligen Stufe. Nimmt man dieselben Preise als Staffel und bestellt 5.000 Stück mit 2.000 Einheiten zu 0,50 €, weiteren 2.000 zu 0,30 € und den letzten 1.000 zu 0,25 €, ergeben sich 1.000 € + 600 € + 250 € = 1.850 €. Beim Volumenpreis würde dagegen die gesamte Menge zum Preis der erreichten Stufe berechnet. Beide Modelle werden im Alltag häufig verwechselt, führen aber zu unterschiedlichen Rechnungsbeträgen.

Vorteile und Risiken

Volumenpreise sind einfach zu erklären und belohnen größere Abnahmen. Sie bergen aber einen Sprung an den Schwellen: Wer knapp unter einer Grenze liegt, zahlt unter Umständen mehr als jemand mit einer etwas größeren Menge. Das kann zu Rückfragen führen und sollte in der Preisliste klar kommuniziert werden. Außerdem schmälern sie die Marge bei großen Kunden, weshalb die Schwellen sorgfältig kalkuliert werden müssen.

Volumenpreise im Abrechnungssystem

Für wiederkehrende Abrechnungen muss das System den Preis pro Menge zuverlässig ermitteln. Fakturia unterstützt Volumenpreise: Am Artikel lässt sich ein fester Preis mit Volumenstaffel hinterlegen, und auch Sonderpreise pro Kundenvertrag können eine Volumenstaffel mit Gültigkeitsdatum enthalten. Staffelpreise im Sinne von Tiered Pricing, Treppenstufen-Modelle und die Verwaltung von Inklusivkontingenten bietet Fakturia dagegen bislang nicht out of the box an. Hierfür gibt es Workarounds über die Programmierschnittstelle, die Sie im Beratungsgespräch besprechen können.

Verhältnis zu anderen Preismodellen

Volumenpreise sind kein Ersatz für die verbrauchsabhängige Abrechnung, lassen sich aber mit ihr kombinieren, wenn die abgerechnete Menge variiert. Wer zusätzlich Nutzerlizenzen verkauft, findet im Beitrag zum Seat-based Pricing ein verwandtes Modell. Wie sich Preisänderungen auf Bestandskunden auswirken, zeigt der Beitrag zum Grandfathering.

Beispiel für eine Preisliste

Ein Anbieter berechnet Dokumentenversand mit 0,60 € pro Stück bis 1.999 Stück, mit 0,50 € ab 2.000 Stück und mit 0,30 € ab 3.000 Stück. Ein Kunde mit 1.900 Stück zahlt 1.140 €, ein Kunde mit 2.000 Stück nur 1.000 €. Dieser Sprung ist gewollt, sollte aber in der Preisliste ausdrücklich erklärt werden, damit er nicht als Fehler wahrgenommen wird.

Häufige Fragen

Beim Volumenpreis gilt der Preis der erreichten Stufe für die gesamte Menge. Beim Staffelpreis gilt jede Stufe nur für die Einheiten innerhalb dieser Stufe.
Sie ermitteln die Stufe, die die Gesamtmenge erreicht, und multiplizieren die gesamte Menge mit dem Preis dieser Stufe.
Ja, Volumenstaffeln lassen sich am Artikel und als Sonderpreis am Kundenvertrag hinterlegen. Staffelpreise im Sinne von Tiered Pricing sind derzeit nicht out of the box möglich.
An den Schwellen entstehen Sprünge: Eine geringfügig höhere Menge kann einen niedrigeren Gesamtbetrag ergeben. Das sollte in der Preisliste transparent erklärt werden.

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