Die Ausgangsrechnung ist die buchhalterische Grundbuchung schlechthin: Eine Forderung gegenüber dem Kunden wird im Soll erfasst, während der Erlös im Haben gebucht wird. Über die automatischen Erlöskonten in SKR03 und SKR04 wird die enthaltene Umsatzsteuer dabei korrekt mitverarbeitet, ohne dass sie manuell herausgerechnet werden muss.
Die Grundbuchung im Überblick
Bei Rechnungsstellung entsteht mit Zugang der Rechnung beim Kunden – bei Sollversteuerung unabhängig vom tatsächlichen Zahlungseingang – eine Forderung, die im Soll auf dem Debitorenkonto und im Haben auf dem passenden Erlöskonto gebucht wird. Der Bruttobetrag der Rechnung wird dabei direkt auf das jeweilige Erlöskonto gebucht, das als automatisches Konto die enthaltene Umsatzsteuer eigenständig korrekt abbildet.
Ein Rechenbeispiel mit gemischten Steuersätzen
📐 Beispieldaten
Position 1: 800,00 € netto zu 19 % USt = 952,00 € brutto · Position 2: 200,00 € netto zu 7 % USt = 214,00 € brutto · Gesamtbetrag der Rechnung: 1.166,00 € brutto
Buchungssatz bei gemischten Steuersätzen
Enthält eine Rechnung Positionen mit unterschiedlichen Steuersätzen, muss der Bruttobetrag entsprechend auf die jeweils passenden Erlöskonten aufgeteilt werden, damit die Umsatzsteuer für jeden Steuersatz separat und korrekt ausgewiesen wird:
| Kontenrahmen | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| SKR03 | 1400 Forderungen a. L+L | 8400 Erlöse 19 % USt | 952,00 € |
| 8300 Erlöse 7 % USt | 214,00 € | ||
| SKR04 | 1400 Forderungen a. L+L | 4400 Erlöse 19 % USt | 952,00 € |
| 4300 Erlöse 7 % USt | 214,00 € |
Bei einer Rechnung mit einheitlichem Steuersatz entfällt diese Aufteilung selbstverständlich – der gesamte Bruttobetrag wird dann in einer einzigen Buchungszeile auf das jeweils passende Erlöskonto gebucht.
Buchung des späteren Zahlungseingangs
Geht die Zahlung des Kunden auf dem Bankkonto ein, wird die zuvor gebuchte Forderung entsprechend ausgeglichen:
| Kontenrahmen | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| SKR03 | 1200 Bank | 1400 Forderungen a. L+L | 1.166,00 € |
| SKR04 | 1800 Bank | 1400 Forderungen a. L+L | 1.166,00 € |
Soll- versus Istversteuerung: Wann wird tatsächlich gebucht?
Bei der regulären Sollversteuerung entsteht die Umsatzsteuerpflicht bereits mit Rechnungsstellung, weshalb die Ausgangsrechnung wie oben beschrieben direkt bei Rechnungserstellung gebucht wird. Unternehmen mit Istversteuerung schulden die Umsatzsteuer dagegen erst mit tatsächlichem Zahlungseingang – buchhalterisch wird die Rechnung zwar ebenfalls sofort als Forderung erfasst, die Umsatzsteuer wird intern jedoch erst bei Zahlungseingang fällig gestellt, was in der Praxis meist automatisiert über entsprechende Konten oder Softwareeinstellungen abgebildet wird, ohne dass hierfür ein separater manueller Buchungsschritt notwendig ist.
Automatische Kontenfindung in der Praxis
Moderne Buchhaltungssoftware ermittelt das passende Erlöskonto bei Rechnungsstellung meist automatisch, basierend auf dem hinterlegten Steuersatz der jeweiligen Rechnungsposition. Diese automatische Kontenfindung reduziert das Fehlerrisiko erheblich gegenüber einer manuellen Kontenauswahl, insbesondere bei Unternehmen mit regelmäßig wechselnden Steuersätzen innerhalb desselben Produktportfolios oder bei international ausgerichteten Angeboten mit unterschiedlichen Leistungsarten.
Umgang mit Rundungsdifferenzen
Bei der Berechnung der Umsatzsteuer auf einzelne Rechnungspositionen können durch Rundung auf ganze Cent geringfügige Differenzen zum tatsächlichen Gesamtbetrag entstehen. Die meisten Buchhaltungsprogramme gleichen solche Differenzen automatisch über ein spezielles Rundungskonto aus, sodass die Buchung insgesamt trotzdem exakt mit dem ausgewiesenen Rechnungsbetrag übereinstimmt.
Personenkonten versus Sammelkonto
In der Praxis wird die Forderung häufig nicht auf ein einziges, allgemeines Debitorenkonto gebucht, sondern auf ein individuelles Personenkonto des jeweiligen Kunden – meist im Nummernkreis ab 10000 (SKR03) beziehungsweise ab 10000 (SKR04). Diese kundenindividuelle Zuordnung ist die Grundlage jeder funktionierenden Debitorenbuchhaltung, da nur so offene Posten je Kunde nachvollziehbar bleiben.
Ausgangsrechnungen bei wiederkehrender Rechnungsstellung
Im Subscription-Geschäft mit wiederkehrender Rechnungsstellung entsteht dieselbe Grundbuchung nicht nur einmalig, sondern potenziell monatlich pro Kunde. Bei einer wachsenden Kundenzahl ist eine manuelle Einzelverbuchung praktisch nicht mehr zu bewältigen – automatisierte Abrechnungssysteme übergeben die entsprechenden Buchungssätze deshalb direkt und in Echtzeit an die Finanzbuchhaltung, ohne dass jede einzelne Rechnung manuell nacherfasst werden müsste.
Wichtiger Hinweis zu den Kontennummern
Die hier genannten Kontennummern entsprechen der gängigen Standardbelegung von SKR03 und SKR04, können aber je nach verwendeter Buchhaltungssoftware und Kontenrahmen-Version geringfügig abweichen. Im Zweifelsfall sollte die konkrete Buchung mit dem eigenen Steuerberater oder der eigenen Finanzbuchhaltung abgestimmt werden, insbesondere bei individuell angepassten Kontenplänen.
Häufige Fragen
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Wer Subscription-Verträge abrechnet, kennt den manuellen Aufwand in der Buchhaltung. Fakturia übergibt die eigenen Rechnungs- und Zahlungsdaten automatisiert über den DATEV-Buchungsdatenservice 2.0 an DATEV Unternehmen online – inklusive Belegbildern. Vorauszahlungen wie Jahresabonnements werden dabei automatisch über die passive Rechnungsabgrenzung (PRAP) periodengerecht verteilt.