Wie bucht man den Investitionsabzugsbetrag (IAB)?

Der Investitionsabzugsbetrag erlaubt es kleinen und mittleren Unternehmen, bis zu 50 Prozent einer geplanten Investition bereits vor dem tatsächlichen Kauf gewinnmindernd geltend zu machen – verbunden mit einer zusätzlichen Sonderabschreibung nach der eigentlichen Anschaffung.

Wer eine größere Investition plant, muss mit der steuerlichen Entlastung nicht bis zum tatsächlichen Kauf warten: Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG erlaubt es kleinen und mittleren Unternehmen, bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten bereits im Jahr der Planung gewinnmindernd abzuziehen, ohne dass zu diesem Zeitpunkt bereits Geld ausgegeben wurde.

Voraussetzungen für die Bildung eines IAB

Der Investitionsabzugsbetrag steht kleinen und mittleren Betrieben offen, deren Gewinn im Jahr der Bildung 200.000 Euro nicht übersteigt. Begünstigt sind bewegliche, abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die innerhalb von drei Jahren nach dem Bildungsjahr angeschafft und danach mindestens ein Jahr lang zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden sollen. Eine konkrete Investitionsabsicht genügt – das genaue Wirtschaftsgut muss dabei nicht mehr benannt werden.

Wichtig: Der IAB wird außerbilanziell abgezogen

Anders als die meisten anderen in dieser Rubrik behandelten Sachverhalte erfolgt die Bildung des IAB nicht über eine klassische Buchung mit Soll und Haben. Der Abzug wirkt außerbilanziell, das heißt er mindert den steuerlichen Gewinn direkt in der Steuererklärung beziehungsweise der Anlage EÜR, ohne dass dafür ein eigenes Aufwandskonto bebucht wird.

Ein Rechenbeispiel: Bildung des IAB

📐 Beispieldaten

Geplante Anschaffung einer Maschine: 40.000,00 € netto → IAB (50 %): 20.000,00 €, mindert den steuerlichen Gewinn außerbilanziell im Bildungsjahr

Höchstbetrag und Gewinngrenze

Die Summe aller gebildeten Investitionsabzugsbeträge darf je Betrieb 200.000 Euro nicht übersteigen. Der Bundesfinanzhof hat 2025 zudem klargestellt, dass bei der Prüfung der 200.000-Euro-Gewinngrenze auch außerbilanzielle Korrekturen wie die Gewerbesteuer-Hinzurechnung mitzählen – wer knapp unter der Grenze plant, sollte deshalb einen Sicherheitsabstand einkalkulieren.

Auflösung bei tatsächlicher Investition: Jetzt wird gebucht

Wird das Wirtschaftsgut innerhalb der Dreijahresfrist tatsächlich angeschafft, erfolgt im Investitionsjahr eine klassische Buchung: Der IAB wird bis zu 50 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten gewinnerhöhend hinzugerechnet, gleichzeitig werden die Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts um denselben Betrag gekürzt – die künftige Abschreibung erfolgt also auf Basis der reduzierten Anschaffungskosten.

📐 Beispieldaten

Tatsächliche Anschaffungskosten: 40.000,00 € · Hinzurechnung (Auflösung IAB): 20.000,00 € → gekürzte Abschreibungsbasis: 20.000,00 €

KontenrahmenSollHabenBetrag
SKR030210 Maschinen1200 Bank40.000,00 € (Anschaffung, vor Kürzung)
SKR040440 Maschinen1800 Bank40.000,00 € (Anschaffung, vor Kürzung)

Anschließend erfolgt die Kürzung um die Hinzurechnung direkt auf dem Anlagenkonto, sodass sich ein Restbuchwert von 20.000,00 Euro als neue Abschreibungsgrundlage ergibt.

Zusätzliche Sonderabschreibung nach der Anschaffung

Neben der regulären Abschreibung kann im Jahr der Anschaffung und den vier folgenden Jahren zusätzlich eine Sonderabschreibung von bis zu 40 Prozent der gekürzten Anschaffungskosten geltend gemacht werden – seit dem Wachstumschancengesetz angehoben von zuvor 20 Prozent, für nach dem 31. Dezember 2023 angeschaffte Wirtschaftsgüter.

📐 Beispieldaten

Sonderabschreibung (40 % von 20.000,00 €): 8.000,00 €, zusätzlich zur regulären linearen Abschreibung

Risiko bei Nichtinvestition

Wird die geplante Investition innerhalb der Dreijahresfrist nicht realisiert, muss der IAB rückwirkend im Bildungsjahr rückgängig gemacht werden. Der ursprüngliche Steuerbescheid wird entsprechend geändert, und auf die daraus resultierende Steuernachzahlung fallen Zinsen in Höhe von 0,15 Prozent pro Monat an.

Wichtiger Hinweis zu den Kontennummern

Die hier genannten Kontennummern entsprechen der gängigen Standardbelegung von SKR03 und SKR04, können aber je nach verwendeter Buchhaltungssoftware und Kontenrahmen-Version geringfügig abweichen. Angesichts der Komplexität des Investitionsabzugsbetrags und seiner Wechselwirkung mit der Gewinngrenze sollte die konkrete Anwendung stets mit dem eigenen Steuerberater abgestimmt werden.

Häufige Fragen

Bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, wobei die Summe aller Investitionsabzugsbeträge je Betrieb 200.000 Euro nicht übersteigen darf.
Nein, der Abzug wirkt außerbilanziell direkt in der Steuererklärung. Eine klassische Buchung erfolgt erst bei der tatsächlichen Investition, wenn die Anschaffungskosten um die Hinzurechnung gekürzt werden.
Der Investitionsabzugsbetrag muss rückwirkend im Bildungsjahr rückgängig gemacht werden, verbunden mit einer Verzinsung der daraus entstehenden Steuernachzahlung.
Ja, im Jahr der Anschaffung und den vier folgenden Jahren kann zusätzlich zur regulären Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 40 Prozent der gekürzten Anschaffungskosten in Anspruch genommen werden.
🔗

Buchhaltungsexport direkt aus dem Abrechnungssystem

Wer Subscription-Verträge abrechnet, kennt den manuellen Aufwand in der Buchhaltung. Fakturia übergibt die eigenen Rechnungs- und Zahlungsdaten automatisiert über den DATEV-Buchungsdatenservice 2.0 an DATEV Unternehmen online – inklusive Belegbildern. Vorauszahlungen wie Jahresabonnements werden dabei automatisch über die passive Rechnungsabgrenzung (PRAP) periodengerecht verteilt.

Verwandte Buchungssätze