Preiserhöhungs-Rechner

Berechnet, wie sich eine Preiserhöhung auf den MRR auswirkt und bis zu welcher Abwanderung sie sich noch lohnt.

Der Preiserhöhungs-Rechner zeigt, ob sich eine Preiserhöhung im Abo wirtschaftlich lohnt. Aus Kundenzahl, altem und neuem Preis sowie der erwarteten Abwanderung berechnet er den neuen MRR, die Veränderung pro Jahr und die Gewinnschwelle. Die Berechnung erfolgt vollständig lokal in Ihrem Browser.

Die Kernfrage: Wie viele Kunden dürfen gehen?

Eine Preiserhöhung bringt pro verbleibendem Kunden mehr Umsatz, kostet aber meist einige Kunden. Entscheidend ist, wo die Gewinnschwelle liegt. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis von altem zu neuem Preis: Die tragbare Abwanderung beträgt 1 minus alter Preis geteilt durch neuer Preis. Wird ein Preis von 7,99 € auf 8,99 € angehoben, liegt sie bei rund 11,1 Prozent. Wandern weniger Kunden ab, steigt der Umsatz, wandern mehr ab, sinkt er.

Wie der Rechner rechnet

Aus Kundenzahl und altem Preis ergibt sich der bisherige MRR. Für den neuen MRR wird die Kundenzahl um die erwartete Abwanderung reduziert und mit dem neuen Preis multipliziert. Die Differenz zeigt der Rechner pro Monat und pro Jahr. Eine Szenario-Tabelle zeigt, wie sich unterschiedliche Abwanderungsquoten auswirken. Hinweis: Der Rechner geht von einem einheitlichen Preis aus. Bei mehreren Tarifen rechnen Sie jeden Tarif einzeln.

Was die Rechnung nicht zeigt

Abwanderung nach einer Preiserhöhung kommt oft zeitversetzt, und Kunden, die bleiben, kündigen später vielleicht eher. Hinzu kommen Support-Aufwand, mögliche Auswirkungen auf Neukunden und der Verlust von Empfehlungen. Beobachten Sie deshalb nach der Erhöhung die Churn-Rate und die Umsatzentwicklung über mehrere Monate. Auch ein Preisbestandsschutz für Bestandskunden kann sinnvoll sein, siehe Grandfathering.

Rechtliche Voraussetzungen nicht vergessen

Ob Sie den Preis im laufenden Abo überhaupt einseitig erhöhen dürfen, ist eine eigene Frage. Der BGH hat im Oktober 2026 die Preisanpassungsklausel von Amazon Prime wegen mangelnder Transparenz für unwirksam erklärt. Welche Wege es gibt und worauf Sie bei Klausel und Ankündigung achten sollten, erklärt der Ratgeber Preiserhöhung im Abo.

Preisänderungen im Abrechnungssystem

Bei Fakturia lassen sich Preisänderungen am Artikel im Voraus mit Gültigkeitsdatum hinterlegen. Verträge ohne Sonderpreis übernehmen den neuen Artikelpreis automatisch, Bestandsschutz erreichen Sie über Sonderpreise am Vertrag oder über einen neuen Artikel. Die Wirkung auf Kundenzahl und Umsatz lässt sich anschließend über die Reports zu Neuverträgen, Kündigungen und MRR/ARR beobachten.

Beispiel aus der Praxis

Ein Anbieter hat 1.000 Kunden zu 7,99 € und erhöht auf 8,99 €. Der bisherige MRR liegt bei 7.990 €. Wandern 5 Prozent der Kunden ab, steigt der MRR auf 8.540,50 €, also um 550,50 € im Monat. Wandern 12 Prozent ab, sinkt er auf 7.911,20 €, also unter den bisherigen Wert. Das Beispiel zeigt, warum eine Erhöhung nicht nur an der Preissteigerung gemessen werden darf, sondern an der Reaktion der Kunden. Ein vorsichtiger Test mit einer Teilgruppe oder ein Zeitraum zur Beobachtung kann helfen, die Abwanderung realistischer einzuschätzen.

Häufige Fragen

Die tragbare Abwanderung ist 1 minus alter Preis geteilt durch neuer Preis. Bei einer Erhöhung von 7,99 € auf 8,99 € sind das rund 11,1 Prozent.
Das hängt von Produkt, Zielgruppe und Kommunikation ab. Der Rechner zeigt deshalb mehrere Szenarien. Verlässliche Werte liefern nur eigene Erfahrungen und Tests.
Nicht ohne Weiteres. Möglich sind unter anderem Zustimmung des Kunden, eine wirksame Preisanpassungsklausel oder Kündigung mit neuem Angebot. Lassen Sie den Weg rechtlich prüfen.
Mit den Preisen, die Sie eingeben. Für die Bewertung ist es egal, solange alter und neuer Preis auf derselben Basis stehen.

Weitere Tools